5 Tipps, um progressive Führung erfolgreich anzuwenden

Progressive Führung

Über progressive Führung und wie sie erfolgreich angewandt werden kann. 5 Tipps für den direkten Praxiseinsatz.

In der heutigen Zeit brauchen Unternehmen fortschrittliche Führungskräfte, die bereit sind neue Wege zu gehen und damit effektiv Veränderungen herbeizuführen, um Teams und Unternehmen zukunftsfähig zu machen. 

Aber was genau macht eine progressive Führungskraft aus? Welche Eigenschaften und Werte gehören zur progressiven Führung? Progressive Führung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Allen gemeinsam: Eine Führung, die sich den Situationen anpasst und weiterentwickelt. Die auf äußere und innere Einflüsse und Gegebenheiten Rücksicht nimmt und nicht stehen bleibt.

Notwendige Skills für progressiven Führung

Vertrauen

Ohne Vertrauen ist das Übertragen von Aufgaben an das Team nicht möglich und resultiert in Mikromanagement. Als progressive Führungskraft ist Vertrauen in die Mitarbeitenden eine Grundvoraussetzung. Aus klassischen Führungsstilen kennen wir eher die Grundhaltung des Misstrauens und der Kontrolle. Aufgabe einer progressiven Führungskraft ist es, eine Grundstimmung des Vertrauens aufzubauen. Und dies beiderseitig. Denn auch die Mitarbeitenden sollten Vertrauen in die Führungskraft haben. Nur so werden sie auch trauen neue Ideen vorzubringen und sich aktiv in Projekte einbringen.

Empathie

Gemäß Definition (Wikipedia) bezeichnet „Empathie die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen“. Wenn man noch etwas weiter gehen will, heißt es auch grundsätzlich, Menschen zu mögen und dies auch zu zeigen.

Als Führungskraft bedeutet emphatisch sein vor allem, sich Zeit zu nehmen und die Mitarbeitenden kennenzulernen. Aktives Zuhören, Interesse und Verständnis zeigen führen zu einer Steigerung der Empathie. 

Selbstreflexion

Die wichtigste Aufgabe einer progressiven Führungskraft ist es, sich selbst zu führen. Dazu gehört ein ständiges Lernen und Verbessern der eigenen Fähigkeiten zur Selbstorganisation. Hilfreich kann es sein in regelmäßigen Abständen über diese Fragen zu reflektieren:

– Was ist das Ziel meiner Arbeit?

– Welche Werte sind mir wichtig und wie reflektiert meine Arbeit diese?

– Was sind meine Motivatoren?

– Wie gehe ich mit meinen Stärken und Schwächen um?

Die Antworten auf diese Fragen können sich im Laufe der Zeit ändern und ihre Beantwortung ist ein konstanter Lernprozess.

Werte

Die eigenen Werte zu kennen und zu hinterfragen gehört zur Aufgabe der Selbstreflexion der Führungskraft. Ebenso sollten auch die Teamwerte gemeinsam erarbeitet und allen bekannt sein. Nur so kann das Team konform dieser Werte agieren. Die Entscheidungen und Kommunikation sollten auf diesen Werten beruhen. 

Werte geben dem Team Orientierung und Motivation. Dies gilt aber nur, wenn die Teamwerte gemeinsam erarbeitet werden und jeder Mitarbeitende sich mit diesen identifizieren kann. Die Identifikation mit diesen Leitwerten führt zu einer deutlichen Motivationssteigerung. Wenn im Gegenteil die eigenen Werte immer wieder verletzt werden, leidet die Motivation und es entsteht Frust und Abwehr. Das Überprüfen der eigenen Werte und der Teamwerte gehört zu den regelmäßigen Aufgaben einer progressiven Führungskraft.

Befähigung

Eine progressive Führungskraft stellt nicht sich selbst in den Fokus, sondern immer das Team. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, das Team auf dem Weg zu begleiten und dabei so viel Unterstützung wie nötig zu geben, sich gleichzeitig aber auch herauszunehmen und auf das Team zu vertrauen. Eigenverantwortliches Handeln des Teams ist das Ziel. 

Wenn im Prozess Hürden auftauchen, bringt eine progressive Führungskraft sich stärker ein, um mit der eigenen Expertise das Team wieder auf den Weg zu bringen – und zieht sich anschließend wieder zurück, um auf die Expertise im Team zu vertrauen.

Die Aufgabe der progressiven Führungskraft ist nicht das Verteilen und Kontrollieren von Aufgaben, sondern das Schaffen eines Rahmens, in dem die Mitarbeitenden ihre Potenziale entfalten können.

Korridor 

Damit die Mitarbeitenden eigenverantwortlich arbeiten und agieren können, benötigt es ein Verständnis für das Warum. Den Rahmen bieten immer die Unternehmensziele. Aufgabe der Führungskraft ist es, den Sinn und Zweck einer Aufgabe an das Team zu vermitteln und Transparenz zu schaffen darüber, wie diese Aufgabe auf die Unternehmensziele einzahlt und welcher tiefere Sinn dahintersteckt.

Kennen die Mitarbeitenden den Zweck (Warum machen wir das?) und vor allem auch den Nutzen (Was soll damit erreicht werden?) ermöglicht dies eigenverantwortliches Arbeiten und ein klares Aufteilen von Aufgaben innerhalb des Teams, um dieses Ziel zu erreichen. 

Der Weg zur Zielerreichung kann vorgegeben werden; oder er wird mit den Mitarbeitenden gemeinsam herausgefunden und beschritten.

5 Tipps, um als progressive Führungskraft erfolgreich zu sein

Was macht eine Führungskraft also als progressive Führungskraft erfolgreich?  Hier sind 5 Praxistipps für eine progressive Führung:

1. Vorbild sein

Progressive Führungskräfte richten in ihrem täglichen Leben ihr Tun an ihren persönlichen Werten aus. Am Arbeitsplatz tun sie das Gleiche mit den Werten des Unternehmens. Die Vermittlung der Unternehmenswerte an alle Mitarbeitenden ist natürlich die Voraussetzung dafür, dass diese dem Beispiel der Führungskraft folgen können.

2. Gemeinsame Visionen entwickeln

Für eine progressive Führung reicht es nicht aus, den Mitarbeitenden zu sagen, was das Ziel ist. Für ein Verständnis muss man auch den Sinn erläutern und jedem Mitarbeitenden deutlich machen, was sie dazu beitragen können. Das Team mit in die Vision einzubeziehen bedeutet es zu inspirieren. Voraussetzung dazu ist es, das Team zu kennen und im ständigen Dialog mit jedem einzelnen zu sein. 

3 Veränderungen anregen

Als progressive Führungskraft ist das Ziel nicht bestehende Prozesse beizubehalten, sondern immer wieder zu hinterfragen und Veränderungen herbeizuführen. Dazu gehört es auch ständig, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens, zu beobachten, welche Innovationen andere umsetzen oder welche Ideen zukunftsweisend sind.

Ein “Zukunftskomitee” im eigenen Team kann eine spannende Methode sein, gemeinsam innovative Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln.

4. Vertrauensbasis schaffen

Persönliche Stärke, Einsatz, Teamwork und persönliche Verbindungen sind die Faktoren, die eine progressive Führungskraft erfolgreich machen. Die Basis dazu ist beidseitiges Vertrauen. Ein Arbeitsumfeld, das auf Zusammenarbeit und Eigenverantwortung gehört, ist die Aufgabe progressiver Führungskräfte. Hilfreich dabei vor allem Punkt 1: ein Vorbild sein. Denn das Vertrauen wächst als Folge der Kompetenz und Integrität.

5. Echte Wertschätzung zeigen

Für die Mitarbeitenden sind Veränderungen eine große Herausforderung. Ihre Motivation und Unterstützung gewinnt eine progressive Führungskraft durch die persönliche Verbindung. Sich Zeit nehmen für Gespräche, Erfolge würdigen und feiern, sich wirklich für die Mitarbeitenden interessieren  – dies macht den entscheidenden Unterschied aus.

Fazit

Progressive Führung erfordert Umdenken in vielen Bereichen und als Führungskraft vor allem ein intensives Beschäftigen mit sich selbst. Ohne ständige Weiterentwicklung und Selbstorganisation ist eine progressive Führung nicht möglich. Diese Art der Führung steht noch am Anfang und die Reise, mit der man sich als Führungskraft und Team damit begibt, ist außerordentlich spannend und kann zu großen Veränderungen führen.

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