Teamentwicklungsphasen nach Tuckman

Die Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman

Kommt ein neues Team zusammen, kennen sich die Personen oftmals nicht. Dazu kommt, dass sie ggf. aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Es kommt zu einem bunten Mix aus Personen und Qualifikationen. Und dieser Mix muss zu einem guten Team zusammenfinden, um gute Arbeit leisten zu können. Das Ziel für die Teamleitung oder Projektleitung ist es, ein Team zu haben, dem man nicht ständig alles sagen muss und das eigenverantwortlich und selbstorgansiert agiert. Die fünf Teamentwicklungsphasen nach Tuckman beschreiben diesen Prozess, der eine Weile dauert. Eine gute Führungskraft unterstützt diesen Prozess je nach Phase der Teamentwicklung situativ.

Wo steht das Team nach den Teamentwicklungsphasen nach Tuckman?

Als Führungskraft ist es daher hilfreich, wenn du weißt, wo dein Team gerade steht. Und wenn du weißt, wie du es unterstützen kannst.

Das sind die Herausforderungen der Teamentwicklung

Das Team kommt zusammen und ist erstmal eine Arbeitsgruppe. Hoffentlich mit einem gemeinsamen Ziel. Das ist der Punkt, der gegeben sein muss und in der Praxis leider oftmals fehlt: wozu ist das Team zusammen und welches Ziel verfolgt es?

Damit ist die Ausgangslage gegeben. Ein Team mit einer gemeinsamen Vision.

Von dem Team wird Hochleistung erwartet. Doch das geht nicht von jetzt auf gleich. Durch falsche Erwartungshaltungen entstehen schnell Frust und Konflikte. Damit das Team produktiv miteinander arbeiten kann, benötigt es Zeit, um in die produktive Phase zu gelangen.

Um schnell zu diesem Hochleistungsteam zu kommen, hat Bruce Tuckman 1965 den Prozess der Teamentwicklung in einem Modell beschrieben. Die Teamuhr nach Tuckman. Das Modell beschrieb anfangs 4 Phasen. Später fügte er noch eine fünfte Phase hinzu. Er fand heraus, dass Teams diese Phasen auf ihrem Entwicklungsweg durchlaufen. Phase 4 ist im Prinzip das Ziel einer Führungskraft.

Die 5 Teamentwicklungsphasen nach Tuckman

1. Die Formingphase

Die erste Phase wird Forming genannt. Das ist die Einstiegsphase und auch Findungsphase. Man lernt sich kennen. Man ist sich untereinander noch fremd und zurückhaltend. Als Teamleiter oder Teamleiterin bist du hier der Gastgeber. Du kannst z.B. ein Kickoff-Meeting durchführen, um sich gegenseitig kennenzulernen und die gemeinsamen Ziele auszuarbeiten.

Das Team wird hier noch keine Bäume rausreisen. Das ist klar. Es muss sich erst finden und als Führungskraft sorgst du dafür, dass sich alle wohl und willkommen fühlen und unterstützt den Prozess des Kennenlernens.

Das Team wird relativ schnell und auch automatisch in die zweite Phase kommen.

2. Die Stormingphase

Und der Name ist hier Programm: Auseinandersetzungen finden statt und es kommt zu Streitigkeiten. Die Stormingphase wird auch Kampfphase genannt.

Die Mitglieder wissen, mit wem sie können und mit wem nicht. Das führt häufig zu Konflikten, da sich in der Regel nicht immer alle grün sind.

Auch werden die Aufgaben jetzt erst richtig klar. Und das kann zum Schwinden der Motivation führen. Es herrscht ein Fokus auf den Problemen. Es werden auch schnell Schuldige gesucht.

Wenn das Team nicht die Zeit für die Teamfindung bekommt, verharrt es in dieser Phase. Einzelne Personen im Team kehren dem Team dann vielleicht den Rücken oder resignieren. Das Ziel der Produktivität wird immer unwahrscheinlicher.

Das Team muss in dieser Phase stark unterstützt werden, so dass es für sich selbst Werte und Regeln aufstellen kann. Mit der Unterstützung der Führungskraft und der notwendigen Zeit, wird es in die nächste Phase der Teamentwicklung kommen können. Und von dort ist es nicht mehr weit bis zur ersehnten Performingphase.

In der Stormingphase kann das Team zum Beispiel mit Team-Workshops und Team-Building-Maßnahmen unterstützt werden. Als Führungskraft ist man zudem schlichter und Antreiber. Du musst aber aufpassen, dass du das Ruder nicht zu stark in die Hand nimmst. Du musst dafür sorgen, dass ein Klima eines wertschätzenden Miteinanders geschaffen wird. Die Konflikte dürfen nicht unter den Tisch gekehrt werden. Aber gleichzeitig dürfen sie auch nicht eskalieren.

Die Stormingphase ist sehr anstrengend. Aber auch notwendig und wichtig, um in die 3. Phase zu gelangen.

3. Die Norminphase

In dieser Phase werden Regeln und Absprachen auf teamebene getroffen. Man arbeitet offen miteinander und Rollen bilden sich aus. Das Team arbeitet lösungsorientiert.

Die Rolle der Führungskraft wandelt sich Richtung der eines Berater, Coach und Moderators. Er begleitet das Team bei der Findung der Teamregeln. Das heißt er unterstützt das Team bei der Ausformulierung der Regeln, diktiert sie aber nicht. Er ist zudem dafür verantwortlich, dass die Teamregeln eingehalten werden. Deine Aufgabe als Führungskraft verlagert sich mehr auf die eigentlichen Aufgaben. Also auf das WAS ist zu tun, statt dem WIE ist es zu tun.

Und dann kommen wir zur bereits erwähnten 4. Phase.

4. Die Performinphase

Diese Phase heißt Performing und ist die produktive Phase eines Teams.

Das Team arbeitet eigenständig. Der Umgang miteinander ist geprägt von Wertschätzung und gegenseitigem Respekt. Das Team hat einen konstruktiven und lösungsorientierten Arbeitsstil entwickelt.

Als Führungskraft ist das die Phase, in der du deinen Espresso in Ruhe genießen kannst. Du musst in der Teamführung kaum noch eingreifen. Zielvorgaben und Weiterentwicklung von einzelnen Teammitgliedern steht jetzt im Vordergrund. Siehe hierzu auch die 10 Merkmale eines Hochleistungsteams.

5. Die Adjourningphase

Mit der 5. Phase Adjourning hat Tuckman noch eine Phase beschrieben, die das Team beim Auseinandergehen durchläuft. In der Auflösungsphase wird dem Team gedankt, die Leistungen gewürdigt und das Projekt angemessen abgeschlossen.

Haben Sie bereits zuvor von den Teamentwicklungsphasen nach Tuckman gehört? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

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Patric Eid

Patric Eid

Als selbstständiger Projektberater und Trainer verhelfe ich Unternehmen zu mehr Klarheit und Struktur in ihrem Projektmanagement. Zudem unterstütze ich Projektleiter:innen und Product Owner in der 1:1-Arbeit als Agile und Business Coach. Meine Themenschwerpunkte sind Projektmanagement und Anforderungsmanagement. Zudem führe ich Anwender-Schulungen beispielsweise mit Jira, Confluence oder pqforce durch. Meine Seminare haben aufgrund von umfangreichen praktischen Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen und Projektrollen einen hohen Praxisbezug.

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