Teambudget und transparente Gehälter – Vorteile und Gefahren

teambudget und transparentes Gehalt

Ich habe bereits Teams erlebt, in denen das [Teambudgets d.Red.] praktiziert worden ist. Es gab ein Teambudget und das gesamte Team (inkl. Teamleitung) hat über die Verteilung entschieden. Das geht sowohl bei Gehaltserhöhungen, als auch bei Bonusaufteilungen.

Patric Eid

Teambudget – wie funktioniert das?

Bei transparenten Gehältern und Teambudgets ist es wichtig, dass das Budget unter bestimmten Bedingungen zugeteilt wird. Zum Beispiel beim Erreichen der Teamziele. Diese müssen unbedingt auf die Vision einzahlen und relevante Ziele sein. Dann kann das Konzept Teambudget sehr gut funktionieren.

Eine Möglichkeit wäre zu sagen, dass jedes Team X Euro pro Jahr bekommt. Fest, ohne daran geknüpfte Bedingungen. Eine andere Möglichkeit ist die Verknüpfung zu Unternehmenszielen.

Beispiel von an Zielen gekoppelten Teambudget:

Auf Unternehmensebene gibt es Fünfjahresziele. Diese werden in Form vom Objectives and Key Results auf Jahresziele heruntergebrochen. Die Key Results dienen den Teams als Basis der Teamziele, wofür wieder OKRs erstellt werden. Die Einzelziele bedienen sich der gleichen Logik.

Wird ein Einzelziel erreicht, kommt man der Erreichung des Teamziels näher. Hat ein Team alle Teamziele erreicht, bekommt es das komplette Budget ausgezahlt und kann es auf Gehälter und Boni verteilen. Das wird innerhalb des Teams bestimmt. Die Höhe des Budgets ist von den Unternehmenszielen abhängig. Jedes Ziel müsste in diesem Beispiel monetär bewertet werden.

Dies sind nur zwei Ansätze. Also die Koppelung an Unternehmenszielen und die feste Zuteilung von Budget unabhängig von der Zielerreichung. Es muss zum Unternehmen passen, welches Modell eingesetzt wird und anhand welchen Merkmalen die Entscheidungen getroffen werden.

Wie werden Teambudgets zugeteilt?

In einem Team wird das als eine gemeinsame (und transparente) Entscheidung gelebt. Und wenn die Gehaltserhöhung aufgrund von Antipathien abgelehnt wird, dann ist das eine Information, mit der das Team weiterarbeiten kann. Das bedingt natürlich einen respektvollen und wertschätzenden Umgang untereinander. Und die Bereitschaft, die eigenen Teamprozesse zu reflektieren.

Ein Team ist dabei eine eine Gruppe an Menschen, die tagtäglich über einen längeren Zeitraum an einer gemeinsamen Sache arbeiten. Ansonsten wird es sehr schwierig, sich gegenseitig zu bewerten. Einfacher wird die Zuteilung von Teambudgets bei Hochleistungsteams. Doch auch vor dem Erreichen des Reifegrads Hochleistungsteam kann mit Teambudgets erfolgreich gearbeitet werden.

Die Vorteile von Teambudgets

Durch eine transparente Verteilung des Budgets wird sichergestellt, dass jede/r Mitarbeiter:in über das Gehalt der anderen Bescheid weiß. So können Zweifel, dass sie womöglich schlechter bezahlt werden als die Kolleg:innen, aus dem Weg geräumt werden. Des Weiteren findet man keine geschlechterspezifischen Unterschiede im Lohn wieder und auch stille Mitarbeiter:innen, die sich nicht trauen nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, können davon profitieren. Wichtig bei der Zuteilung der Gehälter ist, dass man dabei nicht an einem starren System festhält, sondern das Team mit in die Entscheidung miteinbezieht und stetig nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht.

Die Gefahr der eigenverantwortlichen Budgetzuteilung

Zu beachten ist, dass das Einkommen stets ein heikles Thema ist. Es ist fester Bestandteil der Lebens- und Familienplanung. Die meisten Mitarbeiter:innen behandeln das Thema Einkommen als ein sehr privates Gut. Die Zuteilung von Teambudgets ergibt in Gruppen Sinn, doch die Bewertungskriterien müssen transparent und nachvollziehbar sein. Außerdem muss die Entscheidung für ein Teambudget auch von den Teammitglieder:innen eindeutig getroffen worden sein.

Was ist Ihre Meinung zu einem Teambudget und transparenten Gehältern? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

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Patric Eid

Patric Eid

Als selbstständiger Projektberater und Trainer verhelfe ich Unternehmen zu mehr Klarheit und Struktur in ihrem Projektmanagement. Zudem unterstütze ich Projektleiter:innen und Product Owner in der 1:1-Arbeit als Agile und Business Coach. Meine Themenschwerpunkte sind Projektmanagement und Anforderungsmanagement. Zudem führe ich Anwender-Schulungen beispielsweise mit Jira, Confluence oder pqforce durch. Meine Seminare haben aufgrund von umfangreichen praktischen Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen und Projektrollen einen hohen Praxisbezug.

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